{"id":188,"date":"2015-02-07T05:25:09","date_gmt":"2015-02-07T04:25:09","guid":{"rendered":"http:\/\/moosalbi.ch\/cms\/rechtsmittel\/"},"modified":"2018-09-08T23:51:21","modified_gmt":"2018-09-08T21:51:21","slug":"rechtsmittel","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/mooszwergli.ch\/cms\/archiv\/2014-2\/rechtsmittel\/","title":{"rendered":"Rechtsmittel"},"content":{"rendered":"<h1>\n\tAktuelle Rechtsmittel im Falle B&uuml;rchen &quot;Lenkungsabgabe&quot;<br \/>\n<\/h1>\n<p>\n\tMit <a href=\"http:\/\/mooszwergli.ch\/media\/Urteil_Bundesgericht.pdf\"><strong>Urteil vom 20.1.2015<\/strong><\/a> er&ouml;ffnet das Bundesgricht gegen&uuml;ber den Klagenden X und Y, dass die <a href=\"http:\/\/mooszwergli.ch\/media\/StaatsrechtlicheBeschwerde_anom.pdf\"><strong>eingereichte Beschwerde nicht behandelt<\/strong><\/a> werden k&ouml;nne. Das <a href=\"http:\/\/mooszwergli.ch\/media\/Urteil_Bundesgericht.pdf\"><strong>Urteil findet sich hier.<\/strong><\/a>\n<\/p>\n<p>\n\tDas Bundesgericht (BGer) stellt einleitend fest, dass es die &quot;staatsrechtliche Beschwerde&quot; nicht mehr gebe, dass aber nach dem Bundesgerichtsgesetz (BGG) nach Art. 82 Abs. 1 und Ar. 82 Abs. 2 BGG eine Beschwerde zul&auml;ssig sei, sofern die &uuml;brigen Erfordernisse erf&uuml;llt seien. Die Klagenden haben das Reglement nach Art. 82 Abs. 2 BGG angefochten.\n<\/p>\n<p>\n\t<img decoding=\"async\" align=\"bottom\" alt=\"\" src=\"http:\/\/mooszwergli.ch\/media\/mooalp2.jpg\" style=\"width: 798px; height: 448px;\" \/>\n<\/p>\n<p>\n\tAllerdings stellt das BGer fest (ohne dies n&auml;her auszuf&uuml;hren), dass das B&uuml;rchner Reglement (alleine?) strittige Fragen des Raumplanungsgesetzes regle. In dieser Hinsicht ist das BGer gar nicht erst auf die Einw&auml;nde der Klagenden eingetreten, wonach es beim B&uuml;rchner Reglement eben gerade nicht um das Raumplanungsrecht, sondern um steuerrechtliche Fragen, insbesondere um das Steuergesetz, geht. Dies bedeutet f&uuml;r Zweitwohnungseigent&uuml;mer\/innen, dass entgegen dem Urteil Silvaplana <a href=\"http:\/\/www.servat.unibe.ch\/dfr\/bger\/140327_2C_1076-2012.html\"><strong>(2C_1076\/2012),<\/strong><\/a> wo noch ausdr&uuml;cklich auf das Steuergesetz abgest&uuml;tzt wurde, nunmehr in verfahrenstechnischer Hinsicht alleine das kantonale Raumplanungsgesetz (kRPG) zur Anwendung kommt, selbst wenn es im Kern um eine neue Steuer geht, die mit dem Raumplanungsgesetz im besten Falle am Rande etwas zu tun hat.\n<\/p>\n<p>\n\tZwar erw&auml;hnt das BGer in Erw&auml;gung 2.2 Art. 75 lit. a des Wallies Gesetzes &uuml;ber das Verwaltungsverfahren, wo es darum geht, dass die Genehmigung kantonaler Erlasse gerade nicht mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ger&uuml;gt werden kann (mithin das Rechtsmittel der abstrakten Normenkontrolle auf kantonaler Ebene eben gerade nicht gegeben ist). Nur schreibt das BGer in Erw&auml;gung 2.3, es komme insbesondere das kRPG (im Urteil als AG-RPG bezeichnet) zur Anwendung. Weiter sagt das BGer, dies sei ja auch der Weg, der im Falle Val d&#39;Illiez <a href=\"http:\/\/www.polyreg.ch\/bgeunpub\/Jahr_2009\/Entscheide_2C_2009\/2C.88__2009.html\"><strong>(2C_88\/2009)<\/strong><\/a> eingeschlagen worden sei. Nur, dort ging es nicht um eine Steuer, sondern um eine Kausalabgabe und was neben &#39;insbesondere&#39; zur Anwendung kommt, dies sagt das BGer leider auch nicht. Dabei besagt ja gerade das Urteil Val d&#39;Illiez <a href=\"http:\/\/www.polyreg.ch\/bgeunpub\/Jahr_2009\/Entscheide_2C_2009\/2C.88__2009.html\"><strong>(2C_88\/2009, dort Erw&auml;gung 4.1),<\/strong><\/a> dass die Walliser Gemeinden nur dann zus&auml;tzliche Steuern erheben k&ouml;nnen, falls entweder Art. 175 Steuergesetz oder eine Spezialgesetzgebung zur Anwendung gelangt, und genau dies ist vorliegend eben nicht gegeben.\n<\/p>\n<p>\n\tDas B&uuml;rchner Reglement besagt in Art. 2 (Zweck): <em>&quot;Mit dem vorliegenden Reglement soll eine intensivere Nutzung der Zweitwohnungen und eine bessere Auslastung sowie Aufrechterhaltung der bestehenden Gemeinde- und Tourismusinfra&shy;strukturen erreicht werden&quot;.<\/em> Da wird zwar eine intensivere Nutzung bzw. bessere Auslastung von Zweitwohungen vorgeschoben, doch genau dies wird mit dem B&uuml;rchner Reglement weder erreicht noch ist es beabsichtigt. Im Kern geht es darum, die bestehenden Gemeinde- und Tourismusinfrastrukturen zu erhalten, sprich von den Zweitwohungseigent&uuml;mern ohne gesetzliche Grundlage eine Steuer einzutreiben, um irgendwelche Projekte der Gemeinde zu finanzieren.\n<\/p>\n<p>\n\tNun denn, nach Massgabe des BGer ist es ausreichend (Erw&auml;gung 2.3, letzte S&auml;tze), dass irgendein kantonales Rechtsmittel zur Verf&uuml;gung steht, egal ob das B&uuml;rchner Reglement im Kern zum Raumplanungsgesetz (RPG) passt. Zur Erinnerung Art. 8a Abs. 2 RPG: <em>&quot;Sie bezeichnen die Gebiete, in denen besondere Massnahmen ergriffen werden m&uuml;ssen, um ein ausgewogenes Verh&auml;ltnis zwischen Erst- und Zweitwohnungen sicherzustellen.&quot; <\/em>Das B&uuml;rchner Reglement bezweckt im Kern kein ausgewogenes Verh&auml;ltnis zwischen Erst- und Zweitwohungen, es bezweckt die Besteuerung aller Zweitwohungen, und dennoch findet das BGer, der kantonale Instanzenweg sei nach Raumplanungsrecht zu durchlaufen.\n<\/p>\n<p>\n\tSo wird sich nun der Staatsrat in voller Kognition nach Art. 37 Abs. 4 kRPG damit auseinandersetzen d&uuml;rfen, inwiefern mit dem B&uuml;rchner Reglement ein ausgewogeneres Verh&auml;ltnis zwischen Erst- und Zweitwohungen sichergestellt werden kann bzw. inwiefern die B&uuml;rchner Steuer sich mit dem kantonalen Steuergesetz, dem Tourismusgesetz und der Ersatzabgabe nach kRPG 13 Abs. 2 lit. g vereinbaren l&auml;sst. Bei genauer Leseart wird es f&uuml;r diejenigen, welche eine Einsprache erheben, <span style=\"color: rgb(255, 102, 0);\"><strong>ganz entscheidend sein, auf dieser Stufe ALLE Einw&auml;nde geltend zu machen. Nach Art. 37 Abs. 4 kRPG ist danach ein Weiterzug an das Kantonsgericht nur noch m&ouml;glich, um die Rechtm&auml;ssigkeit des Entscheides des Staatsrates &uuml;berpr&uuml;fen zu lassen.<\/strong><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t<span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">In Erw&auml;gung 2.5 stellt das BGer fest, dass auch nicht dar&uuml;ber zu entscheiden sei, wann genau die Frist zur Anfechtung laufe, es sich aber indessen rechtfertige, die Klage mitsamt Beilagen vorsorglich dem Staatsrat des Kantons Wallis zur Kenntnis zu bringen.<\/span> <a href=\"http:\/\/mooszwergli.ch\"><strong>Moosalbi.ch<\/strong><\/a> interpretiert dies als Zeichen daf&uuml;r, dass der Staatsrat entgegen seiner Auffassung, lediglich Homogisierungsbeh&ouml;rde zu sein, sich nach Art. 37 Abs. 4 kRPG vollumf&auml;nglich formell wie materiell mit dem B&uuml;rchner Reglement auseinanderzusetzen hat und dabei die vom BGer aus verfahrenstechnischen Gr&uuml;nden abgelehnte Klage nicht in unwissender Weise ingnorieren kann.\n<\/p>\n<p>\n\t<strong><span style=\"color: rgb(255, 102, 0);\">Mittlerweile wurde die Klage, welche das Bundesgericht an den Kanton Wallis weiterleitete, von diesem angenommen, <a href=\"http:\/\/mooszwergli.ch\/cms\/?page_id=188\">siehe dazu hier.<\/a><\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n\t<div class=\"dkpdf-button-container\" style=\" text-align:right \">\n\n\t\t<a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/188?pdf=188\" target=\"_blank\"><span class=\"dkpdf-button-icon\"><i class=\"fa fa-file-pdf-o\"><\/i><\/span> PDF-Datei<div style=\"text-align:center;width:72px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"qr_code_generator_wprhe\" src=\"https:\/\/chart.googleapis.com\/chart?chs=72x72&cht=qr&chld=H|1&chl=http%3A%2F%2Fmooszwergli.ch%2Fcms%2Fwp-json%2Fwp%2Fv2%2Fpages%2F188\" alt=\"Scan the QR Code\" width=\"72\" height=\"72\" \/><\/div><\/a>\n\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktuelle Rechtsmittel im Falle B&uuml;rchen &quot;Lenkungsabgabe&quot; Mit Urteil vom 20.1.2015 er&ouml;ffnet das Bundesgricht gegen&uuml;ber den Klagenden X und Y, dass die eingereichte Beschwerde nicht behandelt werden k&ouml;nne. 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