Wohl über 20 Prozent zahlen gar keine Kurtaxe

2c_272/2019: Dreistheit im Multipack Foren Zweitwohnungen   Wohl über 20 Prozent zahlen gar keine Kurtaxe

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    admin
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    Die Frage, wieviele der Wohnungen im Eigentum der Einheimischen sind, wurde bisher nie beanwortet. Dabei ist diese Zahl von grosser Bedeutung, zahlen die Einheimischen doch, sofern sie nicht vermieten, gemäss aktueller Praxis der Verantwortlichen im Wallis gar keine Kurtaxe.

    Die Gemeinden weigern sich beharrlich offenzulegen, welcher Anteil der Zweitwohnungen den Einheimischen gehört. Mooszwergli.ch hat diese Frage nun am Beispiel der Gemeinde Eischoll erforscht. Warum gerade Eischoll? Eischoll ist einigermassen vergleichbar mit Bürchen, vorallem aber sind in Eischoll die Eigentümer der Parzellen offengelegt. Siehe dazu https://map.vsgis.ch/eischoll bzw. dort auf eine Parzelle klicken und anschliessend den Link 'Eigentümer PDF' downloaden (Beispiel Parzelle 7):

    https://map.vsgis.ch/eig_pdf/TCPDF/gmdeigpdf/reppdf_d.php?schema=eischoll_geodata&parznum=7&region=eischoll

    Die so generierte Liste enthält die Adresse der Eigentümer. Vorliegend interessiert uns vorallem der Wohnhort. Nun gibt es in Eischoll Tausende von Parzellen, es wäre viel zu mühsamm, diese alle durchzukämmen. Dies ist zum Glück nicht notwendig. Die Liste der Objekte kann über das Wohnungsinventar des Bundes geo.admin.ch bezogen werden. Für Eischoll wird die folgende Liste generiert:

    http://mooszwergli.ch/cms/wp-content/uploads/2018/09/6194.zip

    Nun galt es den Objekten die Parzellennummer zuzuweisen bzw. die entsprechende PDF-Datei zu beziehen, was leider mit viel Handarbeit erfolgen musste. Dabei fiel auf, dass ziemlich viele Gebäude noch nicht im offiziellen Wohnungsregister erfasst sind. Aufgrund der Satellitenbilder darf sehr bezweifelt werden, dass es sich bei all diesen Objekten um landwirtschaftliche Gebäude oder Industriebauten handeln wird; doch lassen wir dies.

    Nachdem alle PDF-Dateien gesammelt waren, wurden die Informationen zu den Objekten herausgefiltert. Eigentümeanteile unter 0.05 Prozent in der Wertquote wurden eliminiert, da es sich dabei wohl nur um Miteigentumsanteile für Garagen, Heizung, Spielanlagen handeln dürfte. Ebenfalls zu berücksichtigen gab es Miteigentumsanteile (daher werden Wohnungen z.T. auch nur mit 0.5 oder 0.33 gezählt). Mit der bereinigten Liste wurde eine Tabelle erstellt:

    http://mooszwergli.ch/cms/wp-content/uploads/2018/09/eischoll_ano.ods

    http://mooszwergli.ch/cms/wp-content/uploads/2018/09/eischoll_ano.pdf

    Nun können jene Objekte herausgesucht werden, die Wohnsitz in Eischoll haben (letzte Kolonne in Datentabelle). Es stellt sich heraus, dass bei 575 Objekten deren 257 Objekte Eigentümern gehören, die in Eischoll Wohnsitz haben. Mit der Zweitwohnungsquote ab opendata.swiss (dort Zweitwohnungen) bzw. dem folgenden Direktlink können die aktuellen Zahlen für die Erst- bzw. Zweitwohnungen in Erfahrung gebracht werden:

    https://www.are.admin.ch/are/de/home/raumentwicklung-und-raumplanung/raumplanungsrecht/zweitwohnungen.html

    Dabei zeigt sich, dass bei den ausgewerteten Zahlen eine Differenz von lediglich 9 Wohnungen besteht (584 zu 575 Wohnungen). Da die Quote in Eischoll genau 1/3 Erst- zu Zweitwohnungen beträgt, wurden bei den 193 Erstwohnungen deren 3 noch abgezhält und somit 190 Erstwohnungen eingesetzt.

    Nun haben die Eischoller 257 Wohnungen im Eigentum, werden die 190 Erstwohnungen abgezhält, verbleiben 67 Zweitwohnungen, die sich im Eigentum der Eischoller befinden. Bei Total 385 Zweitwohnungen entsprechen 67 Zweitwohnungen 17.4 Prozent aller Zweitwohnungen, die Einheimischen gehören.

    Nun bezahlen aber nur die Auswärtigen eine Pauschale, wenn sie nicht vermieten, nicht aber die Einheimischen. Ist es fair, wenn 17.4 Prozent aller Eigentümer, die nicht vermieten, keine Kurtaxenpauschale bezahlen, nur weil sie dort Wohnsitz haben?

    Wahrscheinlich wird die Zahl noch deutlich höher liegen, denn wie gesagt, bei der Durchsicht der Objekte viel massiv auf, dass viele Geäbude gar nicht erfasst sind, obwohl sie gemäss Satelittenbild ziemlich sicher als Zweitwohnung einzustufen sind. Mit anderen Worten, wie gerecht ist ein Kurtaxenreglemente, dass wohl weit über 20 Prozent von der Kurtaxe ausnimmt?

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