Bürchen — Frisierte Bilanzen?

Suche nach 1.345 Mio in Gemeinde-Bilanz

Flachland, 27. September 2018: Gestern hat mooszwergli.ch Einblick in die Buchhaltung der Moosalp Bergbahnen AG der Geschäftsjahre 2016/17 und 2017/18 erhalten. Dabei stellt sich die Frage: Wann ist eine Buchhaltung intransparent, frisiert oder falsch? Gemäss Bilanz Bergbahnen hat diese per 31.4.2017 1.345 Mio Schulden gegenüber der Gemeinde, gemäss Bilanz per 31.12.2017 der Gemeinde gibt es diese Schulden aber gar nicht.

Im Geschäftsjahr 2017/18 der Moosalp Bergbahnen wird offiziell ein Verlust über 67'881.33 ausgewiesen, doch ist dies nur möglich, weil ein ausserordentlicher Ertrag über 109'078.05 verbucht wird. Bei diesen Beträgen geht es um Steuererlässe (!) für die Jahre 2014 und 2015 sowie um aufgelöste Rückstellungen für Strom und Lohn- bzw. Sozialkosten. Seltsam nur, Rückstellungen für Strom und Lohn- bzw. Sozialkosten sind in der Buchhaltung 2016/17 gar keine ausgewiesen. Ohne diese liegt das Defizit bei fast 180'000 Franken.

So stellt denn der Treuhandbericht fest, dass das Eigenkapital sowie die Reserven mittlerweile weniger als die Hälfte des einbezahlten Kapitals betragen, eine Sanierung nach Art. 752 Abs. 1 OR müsste unverzüglich eingeleitet werden, doch eine solche ist in der GV vom 12. Oktober 2018 nicht einmal trakdandiert.

Erstmals Einblick erhielt mooszwergli.ch auch in die Schulden der Moosalp Bergbahnen AG. Dabei stellt sich heraus, dass die Bergbahnen der Gemeinde per 31.4.2017 satte 1.345 Mio. Franken in Form von Darlehen schulden. Nun weist die Bilanz der Gemeinde aber per 31.12.2017 gar keine Schulden aus, denn 0.71 Mio an Aktiven stehen ebenfalls 0.71 Mio an Passiven bzw. Forderungen der Bergbahnen gegenüber der Gemeinde gegenüber.

Und selbst wenn per 30.4.2018 "nur" noch 1.285 Mio Darlehen ausgewiesen sind, stellt sich die Frage, wie ist dies buchhalterisch möglich? Wie lassen sich die beiden Buchführungen in Einklang bringen? Faktisch ist dies doch gar nicht möglich, die beiden Bilanzen sind schlicht inkompatibel zueinander. Mooszwergli.ch weiss jetzt nicht, wo die Abgrenzung zwischen richtig, intransparent, falsch und/oder gefälscht liegt. Es liegt auch gar nicht an mooszwergli.ch, diese Frage (im rechtlichen Sinne) zu beantworten.

Eines ist klar, mooszwergli.ch alleine wird diesen Wahnsinn nicht stoppen können. Sicher läge es an den etablierten Medien, darüber zu berichten, doch passiert dies? Sicher läge es an den kantonalen Aufsichtsstellen, umgehend zu handeln, doch passiert dies? Sicher läge es an der Bevölkerung von Bürchen, an der nächsten Urversammlung für klare Verhältnisse zu sorgen, doch passiert dies?

Und wenn am Ende (ausser dieser Publikation) gar nichts passiert, was dann? Wahrscheinlich wird dann einfach nochmals ein paar Jahre weitergewerkelt, irgendwann wird die finanzielle Situation derart eskalieren, dass der zukünftige Schaden dann umso grösser sein wird.

Update vom 5. Oktober 2018: http://mooszwergli.ch/cms/Zweitwohnungen/Thema/kant-finanzinspektorar-meldet-sich-noch-nicht

Update vom 24. Oktober 2018: http://mooszwergli.ch/cms/Zweitwohnungen/Thema/buerchen-zusaetzlich-160000-bergbahnen-darlehen-abgeschrieben

« Zurück: Moosalp Tourismus: Chaos vor der GVWeiter: Bürchner Wohnungsdschungel »


Facebook
Google+
http://mooszwergli.ch/cms/archiv/2018-2/buerchen-frisierte-bilanzen/">
SHARE